Verwaltungsgericht tendenziell pro Bordell

Pontius Pilatus fragte einst: Was soll dieser Bösus getan haben…
Den Ausgang der Geschichte kennen wir. Aber die Frage stellte sich die Vorsitzende Richterin am Verwaltungsgericht Berlin heute an der Hauptverhandlung wohl auch.
Wie soll das Bordell (Salon Prestige) die Anwohner gestört haben? Warum soll es weg?
Wo waren sie die Beschwerden der Hausbewohner über gröhlende Freier über Belästigungen und Kondome im Flur? Über Zuhälter und Rotlichtkriminalität. Selbst landeseigene Polizeibeamten mussten dem Berliner Luxusbordell Salon Prestige Respekt zollen, denn es gab nicht Schlechtes zu berichten. Man sprach den Berliner Wohnungsbordellen sogar zu, dass es hier selten zu Gesetzesübertretungen kommt. Und im konkreten Fall waren im Prestige weder Beschwerden noch negative Vorfälle bekannt. Auch die Mitarbeiterin des Gesundheitsamtes war voll des Lobes über das Berliner Edelbordell am Kudamm. Sie wussten von Hausbewohnern zu berichten, die nichts über das Bordell zu berichten hatten. Die froh waren, dass dort wieder ein neuer Mieter ist.

Wo sind sie also die millieubedingten Begleiterscheinungen? Hier jedenfalls nicht, Herr Gröhler.

Ein Vorzeigepuff? Ja, aber kein Einzelfall, denn es gibt einige davon in Berlin, die geschlossen werden sollen.

Die Richterin (selbst im 1. Leben Sozialarbeiterin) ließ erkennen, dass sie den Frauen ein selbstbestimmtes Leben und selbstbestimmte Sexualität in einem selbstbestimmten Umfeld zutraut. Und es hat nicht den Anschein, dass sie den Frauen die Arbeitsstätte nehmen wollte um sie auf die Straße zu schicken. Schließlich konnten nicht alle den steinigen Weg des Jurastudiums in Angriff nehmen und einige Frauen verdienen damit ihr Studium, vielleicht auch Jura ;-)

Nun, wenn morgen das VG sein Urteil spricht, wünsche ich ihm Weisheit und Weitsicht, auch wenn der Unterlegende das nächsthöhere Gericht anrufen wird. Das Urteil ist ein Meilenstein in der Berliner Szene. Es hängt viel davon ab.
Pontius Pilatus konnte dass nicht, er war Gericht und Feldherr. Aber die Richter, können mit gutem Gewissen entscheiden, nein Bordelle stören nicht. Schließlich sind ja auch Richter bekanntlich manchmal Männer..

Und würde Jesus noch leben, würde er ins Bordell gehen?? Vielleicht in ein Wohnungsbordell, wo er diskret und unerkannt reingeht und wieder rauskommt…

Und dem Baustadtrat rufen wir den historischen Satz zu: Herr Gröhler, unterlassen Sie ihr wahnsinniges Unterfangen… (Frei nach BK H. Schmidt)

Fortsetzung folgt…

Mehr zum Thema: http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/berlin/127113/index.php

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